Bienvenue Paris

Auf nach Paris!
Auf nach Paris!

Donnerstagmorgen, 5:30 Uhr. Abfahrt Bahnhof Rheine. Eigentlich eine gemeine Uhrzeit. Viele Ladys schälen sich bereits eine Stunde vorher aus dem Bett. Wofür sollte man so früh aufstehen? Diese Gedanken mögen einigen der 14 Ladys an diesem Tag durch den Kopf gehen, den Sonnenaufgang aber für eine Reise in die Stadt der Liebe und dieses Jahr auch des Fußballs zu nutzen, lohnte sich noch mehr als gehofft. Um 12:30 Uhr läuft der Thalys in Paris ein, unser Zuhause für 4 Tage ein gemütliches Hotel in Montmartre. Der erste Tag soll entspannt sein, also verbringen wir den Nachmittag auf der Wiese vor Sacré Coeur… picknicken im Sonnenschein mit reichlich Wein, Käse und Blick über Paris. Schon die Ankunft verheißt ein tolles Wochenende.

Freitag, 10:15 Uhr – Tiefgarage am arc de triomphe. Tiefgarage? Da gäbe es doch sicherlich schönere Sehenswürdigkeiten. Um diese bei schönstem Wetter (Glück hatten die Trägerinnen kurzer Hosen, die morgens belächelt und mittags beneidet wurden) voll auskosten zu können, begeben wir uns auf das Abenteuer „Radtour“ durch die Großstadt.

Mit dem Rad durch lebendige Metropole!
Mit dem Rad durch die lebendige Metropole!

Die Einführungsrede unserer Reiseleitung verheißt nichts Gutes: „Passt auf, dass Ihr nicht gegenseitig auffahrt und von Autos angefahren werden, fahrt stets im Gänsemarsch hintereinander, macht IMMER einen Schulterblick, bevor Ihr einem Hindernis ausweicht“ usw. – unser Herz setzt kurz aus. War das wirklich eine gute Idee? So starten wir auf der ersten Hauptstraße gen Eiffelturm. Auszug eines Dialogs zwischen 2 Ladys: „Schau mal, wie schön die Häuser sind“, „ich kann nicht, ich muss mich so auf die Straße konzentrieren“. Die ersten 2 km sind noch etwas ängstlich und wacklig, doch dann merken wir, die französischen Autofahrer sind doch rücksichtsvoller als vermutet. Übersehen kann uns allerdings auch niemand. Gelbe Warnwesten entsprechen nicht gerade der haute couture, die wir in Paris erwartet hatten, jeder Franzose erkennt die Touristin in uns. 4 Stunden erkunden wir die Großstadt und würden es im Nachhinein (trotz Warnweste) genauso wieder tun. Unsere Reiseleiterin ist geduldig mit uns, lebt für ihre Stadt und erzählt uns spannende Geschichten an jeder besonderen Station (Louvre, Notre Dame, 1000 kleine Boutiqen, Cafés und Blumengeschäfte mit dicken, prächtigen Rosen, die jede Landschaftsbauerin erblassen lassen).

Ein Abstecher zum Eiffelturm darf natürlich nicht fehlen.
Ein Abstecher zum Eiffelturm darf natürlich nicht fehlen.

Am Nachmittag darf jede Lady etwas Zeit zur freien Verfügung nutzen, hier wird die haute couture dann doch noch nachgeholt. Die Stärkung am Abend genießen wir in der l’Aubergine. Lila-gelb kommt das kleine Restaurant daher, das uns mit vielen Köstlichkeiten verwöhnt. Kurzerhand wird die ursprüngliche Tanzplanung in den Eiffelturm bei Nacht umgewandelt. Spontan stimmen alle zu. Keine Diskussionen bei 14 eigentlich tanzwütigen Damen? Wir können es selbst kaum fassen. Um 23 Uhr stehen wir staunend unter dem Glitzerregen des Wahrzeichens der Hauptstadt und erklimmen sogar noch die zweite Ebene. Ein Lichtermehr, das wir nicht missen möchten.

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Et voilà la Tour Eiffel en kitsch!

Der Samstag begegnet uns mit leichten Regenwolken, wir ziehen ein ins Musée d’Orsay und bestaunen die alte Bahnhofshalle, eine perfekte Kulisse für berühmte Gemälde van Goghs, Picassos und Rousseaus. Manch fremder Besucher betrachtet diese allerdings lieber durch sein Smartphone als in der Realität – ein Phänomen, das uns nicht selten begegnet. Am Abend ziehen wir ins Oberkampf-Viertel, das im letzten Jahr überschattet wurde von Terror.

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Wundervolles altes Bahnhofsgebäude: Le Musée d’Orsay.

Das Szeneviertel lässt sich dadurch aber Gott sei Dank nicht vom Feiern und Lachen abhalten. Die Straßen wimmeln vor Multi-Kulti und Party. Und es bietet nicht nur für „die jungen Leute“ Kulinarisches und Unterhaltung – nach einem perfekten Start des Abends in „la robe de la giraffe“ lassen wir die Nacht beim spannenden Champions-League-Finale in typisch französischer Fußballatmosphäre ausklingen.

Etwas müde brechen wir den schon letzten Tag an und begeben uns ins Marais-Viertel, das mit vielen schönen Gassen und Schaufenstern auf uns wartet. Wir stärken uns mit dem wohl besten Falafel der Welt für die Rückfahrt ins Münsterland. Wie schnell 4 Tage doch vergehen können – und wie unproblematisch wir alle miteinander diese Tage genossen haben und alle ein bisschen näher zusammengerückt sind. Wenn ich vorher Freunden von unserem Vorhaben erzählte: „Wir fahren mit 14 Frauen ein Wochenende nach Paris“, hörte ich so manches Mal: „Oh Gott, hoffentlich geht das gut“. Es ging sogar mehr als gut und soll nicht die letzte gemeinsame Tour gewesen sein. Der Ladies Circle möchte neben ehrenamtlichem Engagement auch die Freundschaft pflegen und vertiefen – dem sind wir eine Riesen-Schritt näher gekommen.

Au revoir et à bientôt à Paris!

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